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Dieses ewige Grübeln macht mich ziemlich mürbe und traurig. Meine Gedanken kreisten am Anfang stets um dieses Thema.

Mein Sohn hatte schon länger Probleme (Angststörung-Depression). Doch er sprach mit uns anfangs nie darüber, dachte, er muss das mit sich allein ausmachen. Das ist leider oft so bei Menschen mit Depressionen. Sein erster Suizidversuch lag etwa fünf Jahre zurück und da begann er eine Therapie und erzählte mir endlich auch von seinen Problemen.  Die Therapie half im sehr und in dieser Zeit lernte er auch seine erste Freundin kennen, was für ihn auch sehr gut war. Doch die Freundin litt unter einer Essstörung und es war eine sehr schwierige Beziehung, sehr aufreibend. Dennoch denke ich, es war für ihn eine schöne Erfahrung.

Mein Sohn schaffte es irgendwann, sich von dieser Beziehung zu lösen (wie sehr er darunter litt, habe ich erst nach seinem Tod in seinen Texten auf seinem PC gelesen). Er fand eine andere Freundin, die Beziehung schien gut zu laufen, er begann eine Ausbildung und war dort sehr erfolgreich und beliebt, er spielte in einer Band (was sein Traum war)...Ich dachte, jetzt ist er auf einem  guten Weg, er ist da angekommen im Leben, wo er hinwollte. Leider irrte ich da sehr - nichts passte für ihn.  Er hatte so eine Art Zukunftsangst, wusste nicht recht, wie es weitergehen sollte. Seine Freundin wollte gern mit ihm zusammenziehen, davor hatte er Angst, die Ausbildung war beinahe fertig und er wusste, dass dieser Beruf für ihn nicht das richtige war (das hatte er mir irgendwann gesagt) und mit der Band stimmte es auch nicht immer so ganz.
 Die Angst vor der Zukunft hat ihn überrollt wie eine Lawine. Er hat sich auf eine sehr ungewöhnliche Art getötet, doch ich werde es hier nicht genauer schreiben, denn ich möchte niemanden auf irgendeine Idee bringen.

Ich sehe diesen Moment immer wieder vor mit, als ich ihn abends fand, ich weiß nicht, wann dieses Gedankenkarussel aufhört. Es ist so schlimm, ich konnte für ihn nicht so da sein, wie er es gebraucht hätte und jetzt kann ich für meine Kleinen auch nicht mehr so da sein, wie sie es bräuchten. Das Leben läuft einfach weiter und ich möchte die Zeit anhalten - nein, zurückdrehen. Ich weiß, dass es nicht geht. Aber mein Sohn wird immer zu unserem Leben gehören, er wird immer einen Platz bei uns haben. Manche reden von loslassen - wie soll man denn sein Kind loslassen? Auch wenn er 25 Jahre alt war, war er mein Kind und er soll bei mir bleiben, für immer. Es ist ein kleiner Trost, so viele Lieder und Filme von ihm zu haben, da kann ich seine Stimme hören, ihn sehen. Dabei weine ich natürlich auch, aber es ist wenigstens da, irgendwie. Anfangs habe ich im Auto nur noch seine Songs gehört, damit ich ihn bei mir habe.
Ich bin so traurig, ich kämpfe an manchen Tagen 24 Stunden gegen die Tränen.

3.10.13 23:07
 


bisher 3 Kommentar(e)     TrackBack-URL


dekanda (3.10.13 23:26)
Fühl dich umarmt.


schmetterlingsmaedchen (4.10.13 03:52)
Es ist immer sehr schwer jemanden zu verlieren, und wenns dann auch noch das eigene Kind ist, macht es die Sache nicht einfacher. Dabei spielt es keine Rolle wie alt er war. Aber er wird immer dein Sohn bleiben, und du trägst Ihn in deinem Herzen weiter. Ich wünsche dir ganz viel Kraft auf deinem Weg.
Fühl dich umarmt.


(4.10.13 23:00)
Danke für die Umarmungen.

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